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Figurentransport à la Wendt und Kühn


Sanft schmiegen sich sonnengelbe Häuser mit ihren typisch erzgebirgischen Schieferdächern an den begrünten Hang.
 

20 Prozent Steigung gilt es für den erfahrenen Träger tagtäglich zu meistern - Wendt und Kühn.Seit den frühen Morgenstunden entstehen in diesen schmucken Werkstattgebäuden die bekannten Produkte aus dem Hause Wendt und Kühn. Der Morgen ist auch die geschäftigste Zeit für den Figurentransport innerhalb des Betriebsgeländes. Und der wird bei Wendt und Kühn immer noch per Muskelkraft bewältigt.

 

Ausgehend vom bereits 1916 erworbenen Fachwerkhaus, dem „Engelhaus" an der Chemnitzer Straße, „eroberte" sich die Manufaktur nach und nach den direkt dahinter gelegenen, steil ansteigenden Hügel. Grete Wendt war sehr darauf bedacht, dass genügend Sitzgelegenheiten im Freien für ihre Mitarbeiter blieben, dass es nicht an Bäumen und Sträuchern und ihren geliebten Blumenwiesen mangelte, und dass sich die neuen Gebäude harmonisch in das malerische Erzgebirgsdorf einfügten. Diesem Ursprungsgedanken folgend, sind die Werkstätten in Grünhainichen auch heute noch angelegt - ergänzt wiederum durch behutsam geplante Neubauten und notwendige Modernisierungen.


HÄUSCHEN FÜR HÄUSCHEN

 

Nicht entlang einer industriellen Fertigungsstraße, nein, Häuschen für Häuschen erschließen sich in unseren Werkstätten die einzelnen Abteilungen: Holzzuschnitt, Dreherei, Leimerei, Taucherei und zwei Malereien bestimmen den Rhythmus der Manufaktur, die sich räumlich in den „oberen" und „unteren" Bereich unterteilt. Dazwischen hat sich das idyllische Stückchen Grün erhalten, das die Mitarbeiter gern als Ruheoase nutzen - so, wie es sich Grete Wendt wünschte. Daher rührt es auch, dass die Figuren auf dem Weg zu ihrer Vollendung Frischluft schnuppern dürfen. Die beachtliche Steigung am grünen Hang - immerhin fast 20 Prozent - macht zudem aufmerksame Hand- und Beinarbeit unerlässlich.

 


EINE PORTION FRISCHLUFT

 

In die sogenannten Horden (Holzpaletten) werden die fertigen Figuren von Wendt und Kühn gestellt.

Mario Stein, der Mann, dem täglich etwa 20 bis 40 Figurentransporte „durch die Hände gehen", weiß, worauf es dabei ankommt. In den einzelnen Abteilungen verlassen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf seine pünktlichen Lieferungen. Zum einen sind da die getauchten Figuren, die als weiße Ware ungeduldig auf ihre Röcke, Hosen, Accessoires und - das Allerwichtigste - auf ihre Gesichter warten. Sie gelangen auf einfachen Brettern in die Malerei im unteren Bereich. Dass bei manchmal acht übereinander gestapelten Bretterböden keine Figur oder Spieldose beschädigt wird, verrutscht oder gar herunterfällt, das ist dem Geschick des erfahrenen Trägers zu verdanken. Zum anderen werden auch bemalte Figuren aus der oberen Malerei „nach unten" befördert. In sogenannten „Horden" - maßgefertigten Holzpaletten - kommen sie in die Packerei, jene Abteilung, in der sie sorgsam verpackt und auf ihre Reise in die weite Welt vorbereitet werden. Sollte das Gesicht eines Blumenmädchens einmal etwas grimmig geraten sein, so findet es spätestens bei der Aussicht auf das Flöhatal sein Lächeln wieder.


 

EIN BLICK ZURÜCK
 

Curt Kluge, wohl der erste Figurentransporteur von Wendt und Kühn.

1973, kurz nach der Verstaatlichung der Firma Wendt und Kühn, hatten findige Funktionäre versucht, den Figurentransport zu rationalisieren. Nach eingehender Überlegung wurde die Anschaffung eines Transportrollers empfohlen - die Idee aber nie umgesetzt. Der erhöhte Aufwand für das Sichern der Figuren könnte der Grund dafür gewesen sein. Gehen wir noch ein paar Jahre weiter zurück, treffen wir auf Curt Kluge, der in den 1930er Jahren offiziell als „Maschinenarbeiter" bei Wendt und Kühn angestellt war. Gleichzeitig kann er aber auch als der erste „Figurentransporteur" in der Geschichte unserer Manufaktur bezeichnet werden. Bei seiner Tätigkeit trug er eine Art Kasten, der auf den Rücken geschnallt werden konnte. Die Horden mussten dann nur noch hineingeschoben werden, und eine Abdeckung schützte vor schlechtem Wetter. Curt Kluge galt zudem als eine Art Maskottchen der Firma: Seine schlaksige Gestalt, Schiebermütze, Brille, Schnurrbart und Pfeife rückten ihn in die Nähe der Figuren aus Werken des Romantikers Ludwig Richter. Sowohl Ludwig Richter als auch Curt Kluge sollen Grete Wendt zum Entwurf der Wendt und Kühn-Figuren des „Lehrers" und des „Spielzeugmalers" inspiriert haben. Der „Spielzeugmaler" ist noch heute im Musterschrank der Wendt und Kühn-Welt in Grünhainichen zu sehen.



BEWÄHRTES ERHALTEN
 

Damit schließt sich der Kreis: Tradition wird bei Wendt und Kühn aus gutem Grund bewahrt. Nicht etwa, weil man sich gegen Innovationen stemmt, sondern weil einige der Methoden vergangener Jahre ihren Wert bewiesen haben. Und so wird sich Mario Stein auch in Zukunft in den Morgenstunden mit den Figuren auf die Reise durch die erzgebirgische Natur begeben.

 

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