Walt Disney, Cinderella und die Figuren von Wendt und Kühn


Wenn die Besucher des Walt Disney Family Museums in San Francisco den Rundgang durch die Ausstellung zum Leben der Zeichentricklegende beendet haben, begegnen ihnen im Museumsshop die Figuren von Wendt und Kühn. Vielleicht werden sie sich fragen: Warum sind diese Figuren hier? Was haben sie mit Walt Disney zu tun? Schließlich tauchen sie in keiner seiner Geschichten auf und spielen in keinem Film eine Hauptrolle. Und dennoch sind sie Teil einer ganz eigenen, liebenswerten Walt Disney-Geschichte. Wir wollen sie Ihnen erzählen.
 

 

Filmproduzent Walt Disney um 1950 an seinem Schreibtisch in den Walt Disney Studios - Wendt und Kühn

Ein altes Schwarzweiß-Foto, entstanden um 1950. Es zeigt den Filmproduzenten an seinem Schreibtisch in den Walt Disney Studios in Burbank, Kalifornien. In den Händen hält er das Bild der schönen Cinderella. Lässt man den Blick nach hinten schweifen, entdeckt man im Regal kleine Figuren. Doch hier tummeln sich nicht etwa Micky Maus und Bambi, sondern die Blumenkinder und ihre Freunde von Wendt und Kühn. Links neben dem Telefon steht sogar eine neue Kreation: Die Dose, deren Mitte ein Tannenbaum ziert, gestaltete ein amerikanischer Künstler. Die Margeritenengel, die auf ihr platziert wurden, sind dagegen wohlvertraute Bekannte.

 

Die ganze Geschichte, wie die Figuren in das Büro des Filmemachers gelangten, kennt Paula Sigman Lowery, Disney-Historikerin und Beraterin des Walt Disney Family Museums: In der Zeit, als Walts Tochter Diane Disney Miller das Museum plante, arbeitete Paula eng mit Walts Familie zusammen. Dass es keine rein berufliche Verbindung war, wird dadurch deutlich, dass sich Diane auch persönlich für das Leben der Mitatbeiter und ihrer Familien interessierte. Original Wendt und Kühn Figuren, die sich heute im Besitz der Walt Disney Company befindenZu einem Weihnachtsfest schenkte sie Paula eine kleine musizierende Engelgruppe von Wendt und Kühn. Wohl wissend, dass diese die Geschichte hinter dem Präsent schätzen würde. Die Weihnachtskarte enthielt eine handschriftliche Notiz von Diane, in der sie erklärte, dass sie ihrem Vater jedes Weihnachten ähnliche Figuren geschenkt habe. Ihre Mutter, von Walts Begeisterung für die Wendt und Kühn-Figuren wissend, habe die Tradition begonnen, als Diane noch ein Baby war - sie überreichte Walt eine Wendt und Kühn-Figur als Weihnachtsgeschenk von seiner gerade geborenenTochter. Über die Jahre führte Diane diese Tradition fort - als Ausdruck einer ganz besonderen Vater-Tochter-Beziehung. Als Diane entschied, die Figuren im neuen Museumsshop zu führen, tat sie das in der Hoffnung, dass sie die Besucher genauso erfreuen würden, wie sie einst ihren Vater verzauberten.

Bild rechts: Original-Figuren, die sich heute im Besitz der Walt Disney Company befinden: Einst bei Wendt und Kühn in Grünhainichen hergestellt, reisten sie bis nach Amerika und fanden ihr neues Zuhause bei Familie Disney - wahrlich filmreif.

 

Aber wie kam es, dass Walt Disney die Figuren von Wendt und Kühn kannte und schätzte? Überliefert ist, dass er ein leidenschaftlicher Sammler verschiedenster Andenken - vor allem von Miniaturen - war. Das Walt Disney Family Museum zeigt in unzähligen Zeichnungen, Schautafeln und Filmen das Leben und Vermächtnis der Zeichentricklegende - Wendt und KühnAlles, was ihn interessierte, fand bei ihm einen Platz. Auch von seinen Reisen brachte er so manchen Fund mit. Offensichtlich erfreuten ihn auch die kleinen Holzfiguren aus dem fernen Deutschland, aus den Werkstätten von Wendt und Kühn.Ob sie ihm vielleicht sogar Inspiration für seine eigenen Kreationen waren, bleibt wohl Walt Disneys Geheimnis. Dass sie eine Rolle in seinem Leben spielten, ist aber anzunehmen. Vermutlich war es das Sorglose, Fröhliche und Kindliche, was Walt Disney an den Figuren von Wendt und Kühn so faszinierte - verkörpern sie doch all das, wonach auch er in seinem Wirken strebte. „My business is making people, especially children, happy" (Meine Berufung ist es, Menschen, besonders Kinder, glücklich zu machen), hatte er einmal gesagt. Und Grete Wendt hätte ihm mit Sicherheit zugestimmt.

Bild oben: Das Walt Disney Family Museum zeigt in unzähligen Zeichnungen, Schautafeln und Filmen das Leben und Vermächtnis der Zeichentricklegende.
 

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