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Elpunktepost Frühling 2018

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Wertvolles aufwendig restauriert


Mit jedem historischen Stück sind kleine Lebensgeschichten verbunden, die man oft auch sehen kann. Das hat durchaus seinen Reiz, aber manchmal muss man einfach den schönen Dingen wieder etwas Gutes tun. (Sylva Sternkopf)
 

Neu aufbereitet erstrahlt die Spieldose von Wendt und Kühn in neuem GlanzMeine Lieblingsspieldose. Ein wunderschönes, gutes altes Stück aus dem Hause Wendt und Kühn. Mein Vater hatte sie meiner Mutter anlässlich meiner Geburt im Jahre 1974 geschenkt. Seitdem hat sie einen Ehrenplatz in unserem Wohnzimmer, war Blickfang, Trostspender und nostalgische Kindheitserinnerung. Doch die Zeichen der Zeit haben ihre Spuren hinterlassen. Hier und da fehlt etwas Farbe, die Schwanzfeder des Vögelchens auf dem Baumwipfel ist ziemlich lädiert, und als Gipfel der Zerstörung hat die Tochter meiner besten Freundin sich am meisterhaft gedrechselten Spanbaum mit der Schere in der Kunst des Stutzens geübt. Doch das war alles noch zu tragen, schließlich verleihen ein paar Gebrauchsspuren einem so alten Stück erst seinen besonderen Charme. Aber als dann die haltlose Begeisterung meines kleinen Sohnes für die entzückende Melodie das Spielwerk zum endgültigen Stillstand brachte, war die Zeit gekommen, mein Lieblingsstück zur Reparatur zu schaffen.

 

Sylke Kreßner ist seit 40 Jahren bei Wendt und Kühn in der Malerei tätigNein.  Reparatur ist das falsche Wort. Restaurierung ist hier wohl eher angebracht, ließ man mich freundlich wissen, als ich mit meiner Dose, sorgfältig in zartestes Papier gehüllt, in den Grünhainichener Werkstätten erschien. Die wertvolle Spieldose wurde in der Annahme einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Mit geübtem Kennerblick überprüfte die Expertin die schadhaften Stellen und erklärte mir, was alles daran gemacht werden würde.
 

Abgeblätterte Farbstellen werden mit größter Sorgfalt ausgebessert. Dazu reicht es natürlich nicht aus, einen Klecks neue Farbe auf die abgeplatzte Stelle zu setzen. Nach der Reinigung von Wachs und Schmutz werden die Ränder um die abgeblätterte Stelle verschliffen, dann wird das durchscheinende Holz mehrmals grundiert und danach kommt die größte Schwierigkeit: Es gilt, den richtigen Farbton zu treffen. Denn das Sonnengelb von 1974 sieht heute anders aus als vor 32 Jahren. Es hat Charakter bekommen, ist etwas blasser und dezenter, aber dafür nicht weniger schön. Also würde es gar nichts bringen, den ganzen Hut neu gelb zu bemalen. Nein, es soll das 'alte' Gelb sein, blass zart, edel und original, in perfekter Harmonie mit den anderen 'gereiften' Farben. Es muss gemischt werden, gerührt, probiert und verglichen. Mit Kennerblick und geschultem Auge investieren die Restauratoren unendlich viel Mühe, um den richtigen Ton zu treffen und kleine Ausbesserungen nicht als solche erkennbar werden zu lassen.
 

 

In der Malerei von Wendt und KühnDie abgebrochene Schwanzfeder zu ersetzen ist hingegen nicht ganz so aufwändig, zumindest so lange sich das entsprechende Stück noch im Sortiment befindet. Bei meinem Blick in die Werkstatt zeigte mir Restauratorin Sylke Kreßner allerdings auch eine Gruppe drolliger Bienen-Tischkartenhalter aus den sechziger Jahren, die heute nicht mehr hergestellt werden. Einige der Bienen hatten bei ihrer emsigen Arbeit ihre Flügel eingebüßt, und diese mussten nun in aufwändiger Kleinarbeit entsprechend der alten Muster nachgefertigt werden. Dazu bedarf es neben einer exzellenten Kenntnis der Sortimentsgeschichte auch handwerklichen Geschicks, einer ruhigen Hand und eines untrüglichen Auges selbst für winzigste Details. Nach sechs Wochen hielt ich meine liebste Spieldose wieder in der Hand. Die Restauration hatte mich ein kleines Vermögen gekostet, aber das war es mir wert, denn ich erkannte sie kaum wieder. Sie erstrahlte tatsächlich in alter Schönheit, war blitzblank geputzt und so wiederhergerichtet, dass man nicht sagen konnte, wo sich schadhafte Stellen befunden hatten. Das Spielwerk ertönte in nostalgischem Klang, und ich war stolz und glücklich, dass ich so etwas Schönes mein Eigen nennen darf. Danke Papa. Und Danke den kunstfertigen Restauratoren von Wendt und Kühn!
 

Hinter den Kulissen der Restaurationswerkstatt von Wendt & Kühn sorgen erfahrene Mitarbeiter mit ruhiger Hand und wachem Auge für neuen Glanz auf den alten Stücken. Eine von ihnen ist Sylke Kreßner. Sie gehört seit 40 Jahren zum Unternehmen und beherrscht ihr Handwerk souverän.
 

 

Wendt und Kühn - Sylke Kreßner 1969 zum erfolgreichen Abschluss ihrer Lehre im Garten der ManufakturSylke Kreßner ist Jahrgang 51. Als sie ihre Lehre in unseren Werkstätten 1966 begann, saßen in einem Malsaal gerade einmal 25 von insgesamt 40 Malerinnen. Sie lernte ihr Handwerk unter den gestrengen Augen von Olly Wendt und Meister Richard Schröter von der Pieke auf und spätestens mit ihrem 'sehr gut' bei der Abschlussprüfung hatte sie ihr außergewöhnliches Talent zur Malerei unter Beweis gestellt.
 

Nach ihrer Lehre malte sie zunächst Blumenkinder und Musikantenengel. Schon bald konnte die fleißige Malerin auch mit schwierigeren Aufgaben betraut werden. Als sie 1999 dann Meisterin einer unserer Malereiabteilungen wurde, übernahm sie die Verantwortung für 30 Mitarbeiterinnen und gibt seitdem gern ihre reichen Erfahrungen weiter. Sie achtet besonders auf eine exakte Malerei - ihrem Blick entgeht fast nichts...
 

Auch Restaurationen gehören seit langem zu ihren Aufgaben. An der Seite unseres Restaurators Karlheinz Börner, den wir Ihnen in unserer letzten Ausgabe der elfpunktepost vorgestellt haben, kümmert sie sich liebevoll um die Wiederherstellung seltener und alter Figuren.
 

Aber das dauere eben seine Zeit, denn man könne hier nicht einfach den Farbton von neuen Artikeln nehmen und einen Klecks auf die beschädigte Stelle setzen, erklärt die 54-jährige. Ihr besonderes Händchen beim Nachmischen von alten Farbtönen ist geradezu außergewöhnlich. Dank ihres geübten Pinselschwungs hat schon so manch antike Figur neuen Glanz erlangt. Sie freut sich, wenn sie etwas Seltenes sieht. "Durch sorgfältigeren Umgang mit den liebevoll gemalten Figuren wäre schon so manche Reparatur unnötig gewesen." hört man sie oft mahnend sagen. Und dann sitzt sie doch schon wieder am Maltisch, schiebt die Brille nach oben, lächelt verschmitzt und malt an einer alten Figur.
 

Reparaturservice


Lutz Lohse ist Fertigungsleiter bei Wendt und Kühn. Mit ihm sprachen wir über die Möglichkeiten und den hohen Aufwand einer Restaurierung von historischen Figuren und Spieldosen in der Manufaktur.
 

Herr Lohse, wann lohnt sich eigentlich eine Restaurierung?

Grundsätzlich lässt sich bei neueren Artikeln sagen: Wenn der Preis der Restaurierung nicht über dem Neupreis liegt. Dieser kann bei kleinen Figuren wie Engeln oder Blumenkindern schnell überschritten werden. Oftmals ist es deshalb günstiger, das Stück nachzukaufen, wenn es sich noch im Sortiment befindet. Kleinere Reparaturen wie abgebrochene Flügel oder eine lädierte Locke sind relativ  unkompliziert. Unmöglich hingegen sind leider Restaurierungen von Schäden durch Feuchtigkeit und dauerhafte Sonneneinstrahlung. Komplette Neubemalungen sind leider nicht möglich, hier würde man deutlich über dem Neupreis liegen. Bei Artikeln, die nicht mehr im aktuellen Sortiment enthalten sind, lohnt sich eine Restaurierung hingegen fast immer, denn der Wert dieser Stücke ist oftmals beträchtlich. Auch für seltene und sehr alte Stücke ist eine Restaurierung empfehlenswert. Und schließlich gibt es noch die persönlichen Lieblingsstücke, mit denen man wertvolle Erinnerungen verbindet und die man um jeden Preis erhalten möchte - das Hochzeitsgeschenk, das Erbstück von der Oma oder etwas, das man über schwierige Situationen hinweg gerettet hat. Wir haben Figuren restauriert, die die Bombennacht in Dresden überstanden haben. So etwas muss einfach erhalten werden, denn es ist Teil des eigenen Lebens.
 

Wie lange dauert eine Restaurierung?

Von der Annahme bis zur Bearbeitung vergehen zwischen einem und drei Monaten. Die Stoßzeiten für Restaurationen liegen bei uns zwischen September und April. Wenn es schnell gehen soll, sind die Sommermonate also am günstigsten. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie nicht sofort von uns hören. Wir versenden standardmäßig keine Empfangsbestätigungen, sondern schicken Ihnen Ihr restauriertes Lieblingsstück nach der Bearbeitung zurück.
 

Was kostet eine Restaurierung?

Das lässt sich natürlich nicht pauschal sagen, aber eins sollte man sich stets vor Augen führen: Eine Restaurierung ist aufwändig, und sie wird am Einzelstück durchgeführt. Deshalb ist eine Restaurierung fast immer teurer als die Neufertigung in Kleinserien. Sie lohnt sich deshalb nur bei besonders alten oder seltenen Stücken und bei Dingen mit hohem persönlichem Erinnerungswert, bei denen man unter Umständen bereit ist, mehr als den Neupreis zu zahlen.
 

Worauf muss ich achten?

Wir bitten Sie, in Ihrem eigenen Interesse die Figuren sorgfältig verpackt zu uns zu schicken. Wir erstellen standardmäßig keine Kostenvoranschläge, diese können aber angefordert werden. Schicken Sie deshalb bitte nur Figuren ein, die Ihnen eine Restaurierung wert sind. Bei kleinen oder relativ neuen Figuren ist ein Neukauf oftmals günstiger. Und noch etwas: Wenn Sie Wert darauf legen, die Originalverpackung unversehrt zurückzubekommen, lassen Sie uns das bitte wissen. Ebenso ist es sehr hilfreich, wenn Sie uns kurz mitteilen, in welchem Umfang wir die Restauration durchführen sollen, z.B. ob nur fehlende Holzteile ergänzt werden sollen oder auch an der übrigen Malerei Ausbesserungen vorgenommen werden sollen. Lassen Sie uns aber auch wissen, ob an einer Spieldose nur das Werk ausgetauscht werden soll. Wir bitten um Verständnis, dass wir nur Stücke aus unserem eigenen Hause restaurieren können.
 

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