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Elpunktepost Frühling 2018

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Mit Wendt und Kühn in die weite Welt


Bereits in einer vorherigen Ausgabe berichteten wir mit einer großen Weltkarte über die weltweite Verbreitung der elfpunktepost, die den Lesern von Andorra bis Australien große Geschichten von kleinen Figuren erzählt. Auch unsere Engelchen fliegen weltweit umher, um den Menschen in aller Herren Länder Freude zu bringen. In einem kleinen historischen Rückblick beleuchten wir die Entwicklung unserer Exportgeschäfte und erzählen, wie sich der Wirkungskreis unserer Engelchen seit 95 Jahren immer weiter ausdehnt.


Ein Pferdefuhrwerk brachte in den 1930er Jahren die Fracht von Wendt und Kühn zum BahnhofGlobalisierung scheint ein Schlagwort der Moderne zu sein - doch bei Wendt und Kühn spielte der Kontakt zur großen weiten Welt von Anfang an eine tragende Rolle. Bereits in den frühen Jahren des Bestehens fanden die Erzeugnisse aus den Grünhainichener Werkstätten Wendt und Kühn große Beachtung im Ausland. So schrieb Max Kellner (einer der ersten Mitarbeiter der Werkstätten) in seiner Festschrift anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums, dass man in den 1920er Jahren Wert auf die 'planmäßige Ausweitung und Vertiefung der Exportbeziehung' legte. Auf diese Weise sicherte sich die Manufaktur in der Inflationszeit wichtige stabile Zahlungsmittel durch die Belieferung von Kunden in Holland und Schweden. Dadurch konnten trotz der schwierigen Wirtschaftslage dringend notwendige Bau-maßnahmen zur Erweiterung und zum Neubau von Betriebsgebäuden vorgenommen werden. Ende der 1920er Jahre lag der Anteil des Exportes bei 75 Prozent des Gesamtumsatzes der jungen Firma - eine beachtliche Leistung! Dennoch kam es während der Inflation zu einem Einbruch im Exportgeschäft, der durch den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen noch verschärft wurde.


Heute geht die Ware von Wendt und Kühn deutlich schneller mit DHL auf die ReiseBesonders in Skandinavien erfreuten und erfreuen sich die Figuren aus den Grünhainichener Werkstätten großer Beliebtheit. In den 1960er Jahren wurden sogar spezielle Artikel für schwedische Kunden entworfen. In Schweden prägt der Brauch des Lucia-Festes die vorweihnachtliche Zeit, und anlässlich dieses Lichterfestes gestaltete die Manufaktur Wendt und Kühn Figuren zum Luciazug und auch eine Spieldose mit Luciakindern. Daneben gab es speziell für Schweden eine Spieldose mit Engelmusikanten, die nicht die allgemein bekannten grünen Flügel trugen, sondern rote Flügel mit goldenen Punkten (diese Produkte gehören z.Zt. nicht zur Angebotspalette unserer Werkstätten).Ein großer Einschnitt für die weltweiten Verbindungen der Werkstätten war die Verstaatlichung des Unternehmens im Jahre 1972. Dem Betrieb wurde zwar eine gewisse Eigenständigkeit zugestanden, aber alle Exportgeschäfte waren über das Staatliche Außenhandelsunternehmen abzuwickeln. Sage und schreibe 97 Prozent der gesamten Produktion gingen damals gegen 'harte Währung' in den Export - kein Wunder, dass die Figuren nicht nur im Erzgebirge heiß begehrte Mangelware waren! Entscheidend für die zukünftige Entwicklung der Firma war jedoch, dass trotz der staatlichen Steuerung die wertvollen Auslandskunden erhalten blieben.
 

Vorratshaltung bei Wendt und Kühn in den 1930er Jahren

Mit diesen Zwangsverstaatlichungen von halbstaatlichen und privaten Unternehmen war auch eine gewisse Anonymität der Firmen auf den Märkten verbunden. Um dem entgegenzuwirken, gründeten vorausschauende Fachleute schon frühzeitig Warenzeichenverbände. Wendt und Kühn gehörte dem Warenzeichenverband für Kunsthandwerk und Kunstgewerbe e.V. der DDR an, dessen Markensymbol 'expertic' war.


Mit dieser Marke wurden Wendt und Kühn Erzeugnisse bis 1989 versehen. Mit dem Tag der Reprivatisierung des Unternehmens war es ab dem 1. Juli 1990 endlich wieder möglich, den gesamten Vertrieb, also auch den Export, in eigene Hände zu nehmen. Nach fast zwei Jahrzehnten der Entbehrung gelangten die Figuren aus dem Hause Wendt und Kühn endlich wieder auf direktem Weg zu Kunden in aller Welt. Nach 1990 wurden zahlreiche Kontakte zu altbewährten Kunden im Ausland wiederbelebt. Einige dieser Kundenbeziehungen bestanden bereits seit vielen, vielen Jahrzehnten.

 

 

Noch bis in die 1990er Jahre hinein wurden die Spieldosen und ausgewählte Figuren bei Wendt und Kühn zusätzlich in Holzwolle verpackt

Auch heute ist das Unternehmen bestrebt, neue Auslandsbeziehungen zu knüpfen. Dazu präsentiert sich die Manufaktur auf mehreren internationalen Messen im In- und Ausland - in Deutschland ist Wendt und Kühn auf den Branchenleitmessen in Frankfurt am Main, Nürnberg und Leipzig präsent, in den USA besucht das Unternehmen seit langem zweimal jährlich die Messe in Atlanta. Von Atlanta aus erfolgt auch die Betreuung der amerikanischen Händler.

 

 


Das Lager von Wendt und Kühn im Jahr 2010Heiß begehrt sind die Figuren aus dem Hause Wendt und Kühn heute nicht nur in den USA, Kanada, Spanien, Russland, Singapur, Australien, Schweden, Norwegen, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Liechtenstein, Frankreich, Italien, Österreich, Polen, China und der Schweiz, sondern auch im fernen Caracas in Venezuela und in Japan, dem Land der aufgehenden Sonne. Wen wundert es also, wenn insbesondere in Japan die Figurenfamilie mit Mutter Sonne, Vater Mond und den kleinen Sternenkindern (Mondfamilie, die jedoch nur bis 2009 angeboten wurde) begehrt war und stets in großen Mengen geordert wurde. Damit erfüllt sich noch heute, was Albert Wendt, der Gründervater der Grünhainichener Manufaktur, schon 1912 prophezeite: "Eine gute Ausstellung kann und wird der Welt zeigen, daß im Erzgebirge auch noch andere Sachen gemacht werden können als die, die man unter den Begriff 'erzgebirgische Spielwaren' bringt...".

 

Das 'Engelskontor' von Wendt und Kühn in den 1930er Jahren (hinten links: Johannes Wendt)

Und so tragen die Engel als Boten des Erzgebirges nicht nur die Marke Wendt und Kühn in alle Welt, sondern leisten als Exportschlager auch einen wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Fortbestand der Manufaktur.

 

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