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Fleißige Finger für winzige Teilchen
Firma Schubert ist Lieferant von Wendt und Kühn


Die kleinen Engelchen mit den grünen Flügeln haben unzählige Talente - sie singen und tanzen, reiten auf Störchen und Sternen, vor allem aber sind sie begnadete Musikanten. Ein ganzes Orchester füllt die muntere Engelsschar mittlerweile und die geflügelten Himmelsboten beherrschen mehr als 60 Instrumente. Viele der winzigen Zubehörteile sind jedoch nicht wie die Engelchen aus Holz, sondern aus gebogenem Draht gefertigt.
 

Siglinde Schubert fühlt sich mit Wendt und Kühn eng verbundenWir haben für Sie bei einem persönlichen Besuch einen Blick in die Werkstatt von Siglinde Schubert geworfen, wo Drahtbiegeteile für Kurbeln, Stäbe und Instrumente in filigraner Präzisionsarbeit entstehen. Im beschaulichen Erzgebirgsort Dittmannsdorf, nur 15 Minuten von Grünhainichen entfernt, liegt der Sitz des Familienunternehmens Schubert, das Drahtteile für Wendt und Kühn herstellt. Eine endlos scheinende Treppe führt hinauf in die oberen Räume des historischen Gebäudes, die bereits mehr als vier Jahrhunderte auf dem Werkstatt-Buckel haben. An der Tür hängt ein schweres Metallschild, das noch aus den Zwanzigern zu stammen scheint und wie jeder Winkel in diesem Haus Geschichte atmet. Das Schild trägt die Aufschrift 'Kontor' und in eben diesem findet man das Reich von Siglinde Schubert, der Leiterin der Werkstatt. Sie sitzt an ihrer Schreibmaschine und begrüßt uns mit einem freundlichen Lächeln: "Ich schreibe zu gerne auf dieser Schreibmaschine", sagt sie verschmitzt, "schließlich ist es das, was ich ursprünglich gelernt habe."

 

Das historische Firmengebäude rechts unterhalb der Kirche von Dittmannsdorf (1938) - Wendt und KühnSeit 1966 arbeitet sie in dem Haus mit Geschichte - sie hat mit 25 Jahren hier angefangen und scheint über die Zeit fast schon selbst ein Teil des Gebäudes geworden zu sein. Nach der Wende erwarb sie die hier untergebrachte Fabrik, in der sie als Betriebsteilleiterin tätig war, gemeinsam mit ihrem Ehemann. Seit seinem Tod vor sechs Jahren führt sie das Ruder allein. Das Gebäude, an dem heute 'Mechanische Werkstatt' steht, war ehemals als Brettschneidemühle gebaut worden, die erstmals um 1589 erwähnt wurde. Noch heute sind Teile der Anlage wie Fallrohr und Mühlgraben erhalten. Später wurde sie zur Mahlmühle mit angeschlossener Bäckerei umgebaut, die dann bis ca. 1860 bestanden hat. Auch der berühmt-berüchtigte Stülpner Karl (1762-1841) soll hier gewesen sein, um Brot zu kaufen. Der Wildschütz und Volksheld ist wohl die legendenumwobenste Figur des Erzgebirges, vielen ist er vor allem als verwegener Jäger und Beschützer der Armen, als 'sächsischer Robin Hood', bekannt.

 

In der Werkstatt von Siglinde Schubert entstehen die filigranen Drahtteile für Wendt & KühnWendt und Kühn bezieht von der Mechanischen Werkstatt eine Vielzahl kleiner, teils mehrfach gebogener Drahtstäbe, die als Mäuseschwänze, Storchen- und Käferbeine oder auch Heiligenscheine verwendet werden. Auch die Drahtbiegeteile für zahlreiche Instrumente entstehen hier. Seitdem im Januar 2008 der Engel mit Drehorgel ins Wendt und Kühn Sortiment aufgenommen wurde, gibt es in der kleinen Werkstatt noch mehr zu tun. Unter den Fingern der Drahtbiegerin erhalten die Kurbeln für die Drehorgeln ihre charakteristische Form. Auch andere Familienmitglieder helfen fleißig mit: "Zurzeit ist auch meine Schwiegertochter mit jenen Kurbeln beschäftigt", verrät uns die Handwerkerin bei unserem Besuch, und wir werfen einen Blick über die Schulter der jungen Frau. Als eifrige Sammlerin hegt Siglinde Schubert eine enge Beziehung zu den Elfpunkteengeln. Einige besonders alte Raritäten hat sie sogar geerbt. Ihre Lieblingsfigur ist die Katze, die seit 2007 wieder ins Sortiment von Wendt und Kühn aufgenommen wurde. "Sie erinnert mich an meinen eigenen Stubentiger, der mit 18 Jahren nun schon ein stattliches Alter auf dem Katzenbuckel hat", sagt sie. Neben Drahtbiegeteilen für Wendt und Kühn produziert der Betrieb verschiedene Teile für die Automobilindustrie, Schweißzubehör und andere Kleinserien. Manchmal, so erfahren wir, fertigt die Mechanische Werkstatt sogar eine kleine Serie von Salbölfläschchen - für wen, das hat sie uns nicht verraten. Die Drahtbiegeteile für die Kunstgewerbsbranche nehmen einen großen Teil der Produktion in Anspruch. Bereits seit 1993 ist Siglinde Schuberts Unternehmen für Wendt und Kühn tätig. Damals sprach sie einfach beim ehemaligen Firmenchef Hans Wendt vor und schon bald folgte der erste Auftrag über die Fertigung einer  Verlängerungshülse. Seitdem hat sich an ihrer Arbeit nicht viel verändert. Noch immer werden die Teile vorwiegend in Handarbeit hergestellt. Da bei Wendt und Kühn jedoch in jedem Jahr neue Figuren ins Sortiment aufgenommen werden und andere für einige Zeit daraus verschwinden, ist bei den Teilen immer Abwechslung garantiert: "Bei Neuheiten suchen wir oft eine ganze Zeit lang nach dem besten Herstellungsverfahren. Wie so oft, steckt auch hier der Teufel im Detail", spricht Siglinde Schubert aus Erfahrung. Schließlich kommt es darauf an, dass die Zubehörteile genau so aussehen, wie sie Grete Wendt oder eine ihrer Mitstreiterinnen in den alten Entwürfen vorgesehen haben. Da bei Wendt und Kühn fast ausschließlich nach originalen Entwürfen aus der über 90-jährigen Firmengeschichte gefertigt wird, ist hier besonders viel Fingerspitzengefühl und historisches Einfühlungsvermögen gefragt.
 

An's Aufhören denkt die mittlerweile 67- Jährige übrigens noch lange nicht: "Ich mache erst einmal bis 70 und dann seh'n wir mal...", sagt sie so ziemlich jedem, der sie darauf anspricht und lächelt dabei. Das freut uns, und wir wünschen ihr und uns noch viele Jahre guter Zusammenarbeit!
 

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